Cross Channel Analyse: Extrem gehypt aber total überschätzt?

Die Cross Channel Analyse, oder im Volksmund auch gerne Customer Journey genannt, ist ein Thema, das seit nun mehr als 4 Jahren auf keiner Konferenz, Messe oder auch am Online Marketing Stammtisch fehlen darf. Ziel dieser Analyse ist es das scheinbar stark überholte Last Click Bewertungsmodell abzulösen und den eingesetzten Kanälen ihren wahren Wert zu zurechnen.

Cross Channel AnalyseHierfür stehen in Deutschland unterschiedliche technologische Lösungen zur Verfügung. Von extrem userfreundlichen, übersichtlichen Anbietern, wie IntelliAd, Refined Labs, Omniture, Webtrekk, Adclear, etc. über sehr technische Lösungen von DC Storm und geradezu jedem Adserveranbieter. Hier mangelt es also wahrhaftig nicht an Angeboten.

Bei so vielen Möglichkeiten muss der Impact ja riesen groß sein, so mag man zumindest denken. Doch die Erfahrung zeigt: Die reinen Analysen führen oft zu sehr wenig umsetzbaren Handlungsmaßnahmen.

Cross Channel Analysen und die richtige Bewertung der einzelnen Maßnahmen sind selbstverständlich absolut relevant, aber hierzu muss der Kanal-Mix auch erst mal ausreichend vorhanden sein. Wenn wir ehrlich sind, beschäftigen sich die meisten eCommerce Unternehmen im Moment doch immer noch viel zu einseitig nur mit den gängigen Pull-Kanälen. So sind die operativ einzusetzenden Hebel aus den Cross Channel Erkenntnissen allerdings sehr überschaubar und stehen zum aktuellen Zeitpunkt in keinem positiven Aufwand und Nutzen Verhältnis.

Darum gilt für alle direct response Unternehmen, die nicht auf dem Niveau von Zalando und Ebay unterwegs sind: folgt nicht blind dem Hype auf Messen und Kongressen sondern bewertet euch selbst. Es geht bei diesem Thema nicht primär um die Auswahl der besten, coolsten, hipsten Technologie – frei nach dem Motto „Es wurde noch nie jemand gefeuert, weil er sich für IBM entschieden hat“ – sondern darum für euer Unternehmen mit übersichtlichem Aufwand den besten Nutzen zu erzielen.

Startet mit den Quick Wins, denkt einfach, fangt erst einmal auf einer übergeordneten Ebene an. Die tiefhängenden Früchte findet man nicht bei der Rillenoptimierung auf Werbemittelebene. Und bei allen Analysen und Ableitungen trennt euch von der Kanalsicht, denn es geht doch eigentlich gar nicht um die Kanaloptimierung sondern um die Verbesserung des Kundenlebenszyklus – und das ist für die meisten noch ein langer Weg.

Viel Spaß dabei.

 

Foto: Matthias Bozek  / pixelio.de