Fehler im Tracking-System frühzeitig erkennen

Wer seine Online-Marketing Aktivitäten effizient analysieren und optimieren möchte, ist auf ein sauber implementiertes und fehlerfrei arbeitendes Tracking-System angewiesen.

tracking-fehler-im-tracking-system-erkennenLiegt im Tracking ein Fehler vor, werden auf Basis falscher Daten auch falsche Annahmen getroffen, falsche Maßnahmen eingeleitet. Damit Customer-Journey-Analyse, Customer-Relationship-Management und Co. sauber weiterlaufen können, müssen Fehler im System frühzeitig erkannt und gebannt werden. Wir zeigen ein paar beispielhafte Tracking-Problem-Ausschläger, die man im Auge behalten sollte:

  •   Datenabweichungen
  • Ein gut erkennbarer Indikator für ein Tracking-Problem sind deutliche Datenabweichungen. Mit Datenabweichung sind Unterschiede in den gleichen Kennzahlen verschiedener Reporting-Systeme gemeint, z.B. wenn das intern eingesetzte Kampagnen-Trackingsystem (wie Webtrekk, eTracker etc.) andere Zahlen ausspuckt als das Agentur-Reporting-Dashboard.

    Kleine Abweichungen sind beim Einsatz verschiedener Systeme und der Verknüpfung von Daten normal und legitim. Auf Fehler weisen signifikante Abweichungen hin, ab circa 15 % Unterschied.

  •   Ausschläger in den Kanal-Anteilen
  • Sehr wichtige Messzahlen für Optimierung und Steuerung bilden die Zuweisungen zu den Kanälen. Verhalten sich einzelne Kanäle auffällig indem sie z.B. einen signifikant hohen Anteil an Leads und Sales aufweisen, ist Aufmerksamkeit gefragt. Es kann zum Beispiel sein, dass einzelne Kanäle vom Tracking-System fehlerhaft zugeordnet oder gar nicht richtig erkannt werden.

  •   Auffälligkeiten in der Klick-Kette
  • Werden plötzlich auffällig viele Conversions (Praxis-Faustregel: über 50 %) mit sehr kurzen Ein-Kontaktpunkt-Ketten abgeschlossen, sollte man misstrauisch werden. Ein-Kontaktpunkt, d.h. der Kunde hat direkt gekauft, ohne Umwege über weitere Produktinformationen oder ähnliche Produkte. Das ist nicht ganz unrealistisch, im Gegenteil.

    Verändert sich der Wert jedoch von heute auf morgen auffällig stark, zeugt das von einem möglichen Tracking-Problem. Beispielsweise könnte ein Fehler bei der Zusammenführung der Customer-Journey vorliegen, ausgelöst möglicherweise durch ein fehlerhaftes bzw. fehlendes Tracking-Pixel oder eine versehentlich deaktivierte Kampagne.

  •   Absprungrate
  • Die Höhe der Absprungrate, auch Bounce Rate genannt, kann ebenfalls ein Indiz für einen Fehler im Tracking sein. Die durchschnittliche Absprungrate bei Onlineshops liegt bei ca. 30 % (Quelle: Blog von Anil Batra), wobei diese zwischen den einzelnen Seitentypen leicht variieren kann (Homepage mit geringerer Absprungrate als Kategorieseite, Kategorieseite mit geringerer Absprungrate als Produktseite).

    Onlineshops mit einer sehr geringen Absprungrate von unter 10 % sollten dementsprechend hellhörig werden und detaillierter in die Analyse eines möglichen Tracking-Fehlers einsteigen.

  •   Referrer
  • Findet sich die eigene Domain in den Referrern wieder, ist dies erst mal nichts Ungewöhnliches. Zum Beispiel wenn ein Besucher bereits im Onlineshop gesurft hat, dann anderweitig beschäftigt war, und nach über einer Stunde einen Link in dem immer noch geöffneten Onlineshop klickt.

    Nimmt die Anzahl der Zugriffe über die eigene Domain in den Referrern allerdings stark zu, oder ist die Anzahl bereits sehr hoch, dann kann dies gegebenenfalls auch auf einen Fehler im Tracking hinweisen.

Grundsätzlich gilt:

Mit erfolgreicher Implementierung eines guten Tracking-Systems ist es nicht getan. Zahlreiche Faktoren sorgen gerade im Tracking für eine erhöhte Fehleranfälligkeit. Um alle Online-Marketing Aktivitäten zielführend analysieren und optimieren zu können, ist das Tracking essentiell – genauso wie die Kontrolle und Sicherstellung seiner fehlerlosen Funktion. Ein regelmäßiger kurzer Check sollte also zum Standard gehören.

Foto: Willi Heidelbach / www.pixelio.de