Google Analytics und die Macht der Segmentierung

Google Analytics bietet mit den Standardberichten schon eine sehr umfangreiche Sammlung an Analysemöglichkeiten, um allgemeine Fragen der Webanalyse zu beantworten wie z.B.

  • Wieviele Besucher hat meine Webseite?
  • Wie kommen die Besucher auf meine Webseite (Suchmaschine, direkt, Verweise…)?
  • Auf welchen Seiten steigen die Besucher ein?
  • Wie hoch ist die Absprungrate?
  • Wie hoch ist die Conversionrate?

Aber kann man mit diesen Berichten wirklich konkrete Erkenntnisse gewinnen? Welche Aussagekraft hat eine Absprungrate von 20% oder eine Conversionrate von 3%?

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Ohne z.B. zu wissen, von welchen Quellen die Besucher kamen oder ob es Neu- oder Bestandskunden waren, sind diese Werte höchstens für eine Vorstands-Präsentation nützlich.

Was bedeutet Segmentierung?

Wer sich ernsthaft mit der Analyse der Webseiten- oder Online-Shop-Performance beschäftigen möchte, kommt an dem Thema Segmentierung nicht vorbei. Mit Hilfe der Segmentierung teilt man die Besucher in Gruppen (= Segmente) auf, um diese dann voneinander isoliert zu analysieren oder die einzelnen Segmente miteinander zu vergleichen.
Damit kann dann z.B. die Conversionrate für

  • neue Besucher und wiederkehrende Besucher
  • Brand-Suche und Non-Brand-Suche
  • mobile Besucher und Desktop-Nutzer
  • Männer und Frauen

usw. analysiert werden.

Die erweiterten Segmente können über den Link „Erweiterte Segmente“ in der Berichtsansicht aktiviert werden:

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Google Analytics bietet aktuell die folgenden Standard-Segmente an:

  • Alle Besuche
  • Neue Besucher
  • Wiederkehrende Besucher
  • Bezahlte Suchzugriffe
  • Nicht bezahlte Suchzugriffe
  • Suchzugriff
  • Direkte Zugriffe
  • Durch Verweise zustande gekommene Zugriffe
  • Besuche mit Conversions
  • Besuche mit Transaktionen
  • Zugriffe von Mobilgeräten
  • Tablet-Traffic
  • Besuche ohne Absprünge

Es können bis zu vier Segmente gleichzeitig ausgewählt und miteinander verglichen werden. Mit diesen Standardsegmenten kann man z.B. die Conversionrate nach Herkunft der Besucher analysieren.

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Damit wissen wir schon deutlich mehr als zuvor. Aber noch lange nicht genug: Wie hoch ist der Brand-Anteil bei den Suchzugriffen und wie hoch ist die Conversionrate für die Brand bzw. die generischen Suchbegriffe?
Das können die Standardsegmente nicht mehr beantworten.

Tiefenanalyse mit benutzerdefinierten Segmenten

Zusätzlich zu den Standardsegmenten können für komplexere Analysen benutzerdefinierte Segmente angelegt werden. Für die benutzerdefinierten Segmente stehen alle in Google Analytics vorhandenen Messwerte und Dimensionen zur Verfügung. Es können mehrere Eigenschaften über und/oder Anweisungen miteinander verknüpft werden. Damit können dann z.B. Segmente für

  • Brand und Non-Brand-Suchzugriffe
  • Warenkorbhöhe (bis 50 € / über 50 € / über 100 €)
  • Login-Status (eingeloggt / nicht eingeloggt)
  • Aktivität (z.B. Anzahl der besuchten Seiten <=5, >5, >10)

angelegt werden.

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Bei der Definition der Segmente können reguläre Ausdrücke verwendet werden. Damit können auch sehr komplexe Segmente erstellt werden.

Nutze die Macht der Segmentierung

Die Segmentierung in Google Analytics ist ein wirklich mächtiges Tool, das jeder Webanalyst kennen sollte. Welche Segmentierungen sinnvoll sind, hängt ganz entscheidend von den individuellen Zielen des Projektes ab.

Klar ist, dass die Segmentierung die Basis für eine aussagekräftige Webanalyse bildet. Die Segmentierung kann in Google Analytics (anderes als bei anderen Webanalysetools) auch für die historischen Daten angewendet werden. Es gibt also keinen Grund, nicht noch heute mit der Segmentierung zu starten und spannende neue Erkenntnisse aus den Webanalysedaten zu gewinnen.