Google Erweiterte Kampagnen – wirklich so toll?

Nachdem wir uns im letzten Beitrag zu diesem Thema einmal angeschaut haben was sich eigentlich hinter dem ganzen Thema Erweiterte Kampagnen verbirgt, möchte ich heute etwas tiefer einsteigen. Ist die Umstellung auf die erweiterten Kampagnen wirklich so vorteilhaft für mein Konto wie Google behauptet? Wir werden sehen…

Erste Schritte mit Erweiterten Kampagnen in Google AdWords

In der Zwischenzeit habe ich die ersten zaghaften Umstellungen auf die Erweiterten Kampagnen gemacht. Nun wird es Zeit, sich mit den ersten Erfahrungen und Erkenntnissen auseinanderzusetzen.

Die Umstellung auf Erweiterte Kampagnen

Zunächst einmal muss ich hier ein dickes Lob aussprechen. Die Umstellung einer Standard Kampagne zu einer Erweiterten Kampagne ist leicht verständlich und einfach gehalten. Nach nur drei – vier Klicks ist die Kampagne umgestellt.

In jeder Standard Kampagne erscheint seit einigen Wochen folgende Aufforderung:

Umstellungsvorgang_1

Sobald man der Aufforderung nachgibt, erscheint eine kurze Erklärung zu Erweiterten Kampagnen und die Aufforderung die Umstellung nun zu starten:

Umstellungsvorgang_2

Die einzige wirkliche Veränderung findet nach dem nächsten Klick statt. Hier erhält man die Möglichkeit, die mobilen Gebote direkt im Umstellungsprozess anzupassen:

Umstellungsvorgang_3

Und das war es auch schon!

Umstelungsvorgang_4

Zur Sicherheit würde ich immer noch einmal die Kampagnen-Einstellungen prüfen, ob sie auch meinen Vorstellungen entsprechen.

Kampagneneinstellungen mit Erweiterten Kampagnen

Nach der Umstellung auf den Status einer Erweiterten Kampagne erscheinen im Einstellungs-Bereich auch gleich die neuen Möglichkeiten. Unter dem Reiter Einstellungen bekommt man die Möglichkeit aus drei Unterkategorien zu wählen:

–     Standorte

–     Werbezeitplaner

–     Geräte

Diese Darstellung lässt die Kampagneneinstellungen übersichtlicher erscheinen als die „alte“ lange Liste von Einstellungsmöglichkeiten.

Steigen wir nun also etwas tiefer in die erweiterten Einstellungsmöglichkeiten ein und schauen, wie wir diese am besten einsetzen können.

1. Die Standort-Einstellungen

Die Standard Kampagnen können auch schon auf verschiedenste Zielregionen (Länder, Bundesländer, Städte und Regionen) ausgerichtet werden. Was ist also so neu?

Neu ist hier die Möglichkeit, den CPC gezielt auf die jeweilige Zielregion anzupassen. Musste früher noch eine Kampagne pro Land/Region etc. aufgesetzt werden um unterschiedliche Gebote zu fahren, erleichtern die Erweiterten Kampagnen hier die Steuerung.

Nach wie vor wird ein CPC auf Anzeigengruppen- bzw. Keyword-Ebene festgelegt. In der Kategorie Standort werden dann alle zu bewerbenden Länder/Städte etc. einzeln hinterlegt. Hinter jedem Standort erscheint dann eine Spalte, die Gebotsanpassungen. Durch das Anklicken der kleinen Striche öffnet sich ein kleines Fenster in dem die jeweilige Einstellung gezielt für diesen Standort hinterlegt werden kann (z.B. +25% oder -10%). Die Anpassungen der jeweiligen CPC werden immer auf der Basis des festgelegten stationären CPCs berechnet.

Die ersten Tests zeigen, dass sich durchaus eine Verbesserung der Klick-Rate erkennen lässt, wenn Potential vorhanden ist. Denn man muss ganz klar sagen:  Wenn ich eh schon eine gute Position habe, nützt auch die prozentuale Erhöhung meines max. CPC für meine Top-Performer Region nichts.

Nichts desto trotz ist diese neue Einstellungsmöglichkeit eine gute Möglichkeit die Anzeigen noch gezielter auszuspielen und Kampagnen weiter zu optimieren. Vor allem für Unternehmen mit lokalen Standorten können diese Einstellungen bares Geld bedeuten.

2. Werbezeitplaner

Klickt man auf die zweite Unterkategorie – den Werbezeitplaner – trifft man auch hier einen alten Bekannten wieder. Auch die Standard Kampagnen können bereits auf Tages und Tageszeiten optimiert werden. Was ist also hier so neu?

Neu ist, dass wir nun die Möglichkeit bekommen auch hier die Bids ganz gezielt auf Tages- bzw. Tageszeitenbasis anzupassen. Oft kristallisieren sich ja besonders sale-starke Tage heraus, die man so gezielt weiter pushen kann. Des Weiteren sind wir so in der Lage schwache Zeiten prozentual runterzubieten oder sie gar ganz abzuschalten.

Auch hier ist der stationär eingegebene CPC der jeweiligen Anzeigengruppe oder des Keywords die Basis für die prozentualen Anpassungen. Diese Anpassungen können auch im Werbezeitplaner jeweils hinter dem ausgewählten Tag in der Spalte Gebotsanpassungen vorgenommen werden.

Auch diese erweiterten Einstellungsoptionen sind durchweg positiv zu sehen. Kann ich doch meine Kampagnen und vor allem mein Budget noch gezielter einsetzen und steuern als vorher.

Aber ACHTUNG: Wenn man sich dafür entscheidet den Werbezeitplaner zu nutzen ist es besonders wichtig alle Tage auszuwählen (auch wenn man nur einen oder zwei Tage anpassen möchte). An allen NICHT ausgewählten Tagen liefert Google die Anzeigen NICHT aus.

3.    Geräte-Einstellung

Die Neuerungen in diesem Bereich der Kampagnen-Einstellungen empfinde ich als die am schwerwiegendsten.

War es bisher gängige Praxis für ein Produkt zwei Kampagnen zu führen (eine mobile Kampagne und eine Tablet/PC-Kampagne), soll dies in Zukunft nicht mehr nötig sein. Hintergrund hier war schlicht und einfach die unterschiedliche Budgetierung der beiden Bereiche, waren doch die CPCs im Bereich Mobile bisher deutlich niedriger.

Durch die Umstellung auf die Erweiterten Kampagnen sollen alle Geräte-Typen unter einem Kampagnen-Dach vereint werden. Auch hier mit dem stationären CPC als Basis und den jeweiligen prozentualen Anpassungen auf Geräte-Ebene. War es bisher möglich jeden Geräte-Typ (PC, Tablet und Mobilephone) einzeln für die Kampagnensteuerung auszuwählen, wird das zukünftig NICHT mehr möglich sein.

Durch die Umstellung auf Erweiterte Kampagnen werden PC und Tablets standardmäßig in einer Gruppe zusammengefasst und es wird nicht mehr möglich sein beispielsweise nur noch Tablets anzusteuern. Der Basis-CPC ist also der Standard-CPC für alle Auktionen auf PCs und Tablets, während der mobile CPC angepasst werden kann. Viele werden sich nun die Frage stellen, ob man nun Anzeigen für mobile Endgeräte schalten muss. Aber nein, das muss keiner! Durch die Eingabe von -100% wird die Bewerbung im mobilen Netz deaktiviert.

Hinweis: Zukünftig wird es nicht mehr möglich sein, reine mobile Kampagnen zu schalten, die nur auf mobile Endgeräte ausgerichtet sind.

Hier ist also ein Umdenken gefordert. Gab es bisher nicht selten in den Unternehmen verschiedene Budgettöpfe für die Bewerbung von Mobile und Desktop, werden die Budgets zukünftig in Google AdWords nicht mehr sauber zu trennen sein.

Ist die Umstellung auf die erweiterten Kampagnen wirklich so vorteilhaft für mein Konto?

Nachdem wir uns nun die Neuerungen der Erweiterten Kampagnen im Bereich der Kampagnen-Einstellungen etwas genauer angeschaut haben, wird der Eine oder Andere vielleicht schon die ersten Vorteile und auch Nachteile für seine Kontoführung entdeckt haben.

Auf den ersten Blick ist die Zusammenführung vieler doppelter Kampagnen in eine Kampagne positiv zu bewerten. Werden unsere Konten doch wieder etwas übersichtlicher und vermeintlich leichter zu steuern. Vermeintlich eben, weil sich aus meiner Sicht auch schon jetzt deutliche Nachteile herauskristallisieren.

So sehr ich auch die zielführenden Standort-Einstellungen und die Anpassungen im Werbezeitplaner begrüße, desto kritischer sehe ich die Zusammenführung aller Geräte-Typen in einer Kampagne. Nicht zuletzt, weil mit dieser Änderung ein deutlicher Anstieg der CPCs im Mobile zu erwarten sein wird.

Wir werden sehen wohin die Reise geht!

 

Grafiken: © DIGITAL FORWARD