Googles flexible Gebotsstrategien

Nachdem Google Ende Mai die neuen flexiblen Gebotsstrategien vorgestellt hat, sollten sie inzwischen für alle Konten verfügbar sein. Der ein oder andere hat vielleicht auch schon seine ersten Gehversuche mit den neuen Strategien hinter sich.

Was genau sich eigentlich hinter den flexiblen Gebotsstrategien verbirgt und für welche Ziele, welche Strategie geeignet ist wollen wir uns hier einmal zusammengefasst anschauen.

Flexible Gebotsstrategien – was ist neu?

Unter Gebotsstrategien versteht man das automatisierte Bidding anhand von vorgegeben Zielen. Bisher konnten folgende möglichen Einstellungen zum Bidding auf Kampagnen-Ebene eingestellt werden:

  • Schwerpunkt auf Klicks (manuell, automatisiert, eCPC)
  • Schwerpunkt auf Conversions (Conversion-Optimierungstool)

Während diese Einstellungen nur auf Kampagnen-Ebene eingestellt werden können und somit für alle enthaltenden Anzeigengruppen und Keywords gelten, können die flexiblen Gebotsstrategien bis auf die Unterebenen herunter gebrochen werden.Communication Ad Extension

Folgende vier Strategien stehen zu Auswahl:

  • Auto-optimierte CPC
  • Ausrichtung auf Suchergebnisposition
  • Ziel-CPA
  • Klicks maximieren

Der ein oder andere hat vielleicht schon jetzt alte Bekannte wiederentdeckt und wird sich fragen: Und was ist jetzt daran so neu?

Neben der Möglichkeit diese Strategien sehr granular einzusetzen, können die flexiblen Strategien auch mit anderen Einstellungen in den Erweiterten Kampagnen (wie z.B. Standort oder Geräte) kombiniert werden. So ist beispielsweise das Conversion-Optimierungstool nicht mit den erweiterten Einstellungen zu kombinieren und die neuen Gebotsoptionen bieten hier eine Alternative.

Flexible Gebotsstrategien – was verbirgt sich dahinter?

Vier neue Gebotsstrategien können von nun an in den gemeinsam genutzten Bibliotheken erstellt und verwaltet werden.

flexible Gebotsstrategien

Doch für welchen Werbetreibenden eignet sich eigentlich welche Strategie? Um hier die richtige Entscheidung zu treffen müssen die Ziele, die erreicht werden sollen klar definiert sein.

  • Auto-optimierter CPC –> Conversions maximieren

Diese flexible Strategie richtet sich in erster Linie ab Werbetreibende, die ihre Conversions steigern und selbst die Kontrolle über den CPC behalten möchten.

Hier wird auf Kampagnen- oder Anzeigengruppe ein max. CPC festgelegt, der dann durch diese Strategie hoch oder runter geboten wird. Entscheidend ist hier die Wahrscheinlichkeit mit der ein Klick am Ende zur Conversion führt.

  • Ausrichtung auf Suchseitenposition –> Präsenz auf der ersten Seite garantiert

Diese Strategie ist die einzig neue Strategie unter den vieren und richtet sich vornehmlich an Werbetreibende, die garantiert auf der ersten Suchergebnisseite erscheinen wollen. Dabei hat man die Wahl zwischen den oberen Positionen oder irgendwo auf der ersten Ergebnisseite. Eine feste Position ist aber nicht einzustellen.

Google korrigiert hier den angegebenen max. CPC je nach Einstellungen automatisch nach oben oder unten um die gewünschte Positions-Spanne zu erreichen. Diese Strategie kann sowohl auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Keyword-Ebene eingestellt werden.

Da Kosten bei dieser Strategie keine allzu große Rolle spielen sollten, kann ich mir einen häufigen Einsatz in der Praxis nicht vorstellen.

  • Ziel-CPA –> Conversions maximieren

Diese Strategie ähnelt sehr dem schon bekannten Conversion-Optimierungstool und richtet sich an Werbetreibende mit einem Fokus auf Performance orientierten Budgeteinsatz. Bei Strategieerstellung gibt der Werbetreibende einen Ziel-CPA ein (leider ist es nicht möglich einen maximalen CPA anzugeben). Auf dieser Grundlage übernimmt Google die automatische Gebotseinstellung für höchstmögliche Conversion-Generierung.

Diese Strategie lässt sich nicht bis auf Keyword-Ebene herunter brechen, sondern ist nur auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene verfügbar.

  • Klicks maximieren –> Traffic maximieren

Diese Strategie eignet sich für Werbetreibende deren primäres Ziel es ist möglichst viele Webseiten-Besuche zu generieren. Beim Erstellen der Strategie erhält man die Möglichkeit sowohl einen max. CPC, als auch ein max. Tagesbudget einzustellen. Beide Angaben sind optional und müssen somit nicht beide eingestellt werden. Diese Strategie ist sehr granular einsetzbar, auf Kampagnen-, Anzeigengruppen-, und Keyword-Ebene.

Flexible Gebotsstrategien – wie geht es weiter?

Abschließend ist zu sagen, dass mit den flexiblen Gebotsstrategien nicht wirklich viele neue Möglichkeiten für Werbetreibende geschaffen wurden.

Google hat hier aber schon angekündigt Veränderungen an den vier bisherigen Strategien nicht auszuschließen. Außerdem werde wohl auch an weiteren Strategien gearbeitet.

Wir dürfen also gespannt sein…

Foto: Gerd Altmann  / pixelio.de

Screenshot: Google AdWords