Privates Affiliate Netzwerk – Sinnvoll oder Sinnlos?

Viele Advertiser haben es bereits, während andere vielleicht gerade darüber nachdenken – ein privates Affiliate Netzwerk. Doch für wen macht ein privates Affiliate Netzwerk (Private-Network) Sinn, was sind die Vor- und Nachteile und sollte man zusätzlich mit seinem Partnerprogramm auch in einem öffentlichen Affiliate Netzwerk (Public-Network) aktiv sein? Wer sich diese Fragen auch schon gestellt hat oder vielleicht gerade vor der Entscheidung steht, für den sind die folgenden Vor- und Nachteile mit Sicherheit interessant und hilfreich.

Vorteile eines Private-Networks
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  • Der relevanteste Punkt für die Entscheidung ein Private-Network zu implementieren und zu nutzen sind die monatlichen Kosten der Public-Networks. In der Regel fallen 30% der Publisher-Provision als zusätzlich Netzwerkgebühr an, wobei bei einigen Public-Networks noch eine monatliche Fixgebühr on top erhoben wird.
  • Die eingesparten Kosten können als direkte Provisionserhöhung an die Publisher weitergeben oder für weitere Marketingmaßnahmen genutzt werden und somit wachstumsfördernd wirken.
  • Die Daten des Advertisers und der Publisher bleiben innerhalb des Unternehmens, sind dementsprechend geschützt und stehen nicht den Public-Networks zur Analyse zur Verfügung.
  • Der Kontakt und die Betreuung der Publisher innerhalb eines Private-Networks kann persönlicher und individueller gestaltet werden und somit zu einer effizienteren und erfolgreicheren Zusammenarbeit führen.
  • Durch die engere Zusammenarbeit zwischen Advertisern und Publishern kann das Betrugsrisiko gesenkt und insbesondere betrügerische Affiliates abgeschreckt werden.

Doch gäbe es nur Vorteile, hätten die Public-Networks ja keine Daseinsberechtigung mehr. Daher sollen jetzt auch noch die Nachteile eines Private-Network genauer unter die Lupe genommen werden.

Nachteile eines Private-Netzworks
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  • Einer der größten Nachteile, insbesondere wenn das Affiliate-Marketing ausschließlich über ein Private-Network abgewickelt wird, ist die fehlende Publisher-Reichweite. In einem Public-Network steht bereits zum Start des Partnerprogramms eine große Publisher-Basis zur Verfügung und täglich kommen weitere hinzu. In einem Private-Network müssen neue Publisher aktiv geworben werden, dieses bindet Akquise-Ressourcen beim Advertiser und kann zudem dazu führen, dass neue Publisherpotentiale verloren gehen.
  • Durch ein Private-Network entsteht ein höherer technischer und organisatorischer Aufwand bei dem Advertiser. Denn während in einem Public-Network das Netzwerk für ein einwandfrei funktionsfähiges System (korrektes Tracking, regelmäßige Provisionsauszahlung etc.) verantwortlich ist, muss sich der Advertiser bei einem Private-Network um alle technischen und organisatorischen Aufgaben und Probleme, wie zum Beispiel die regelmäßige Provisionsauszahlung, selbstständig kümmern.
  • Das Vertrauen der Publisher in Public-Networks ist größer, insbesondere aufgrund des zuvor genannten Punktes sowie der langjährigen Erfahrung in der Branche.
  • Einige Publisher melden sich aufgrund des erhöhten Aufwands nicht bei einem Private-Network an, da die Ergebnisse aller Advertiser für den Publisher nicht auf einen Blick ersichtlich sind. Der Publisher muss sich bei jedem Partnerprogramm separat anmelden und die Ergebnisse, Auszahlungen etc. überprüfen. Hierdurch können Publisherpotentiale verloren gehen.
  • Zusätzlich können bei der Nutzung einer externen Affiliate-Software (Standalone- oder ASP-Lösung) ebenfalls einmalige oder sogar monatliche Kosten entstehen.

Doch was ist nun die beste Lösung?

Beschränken wir uns auf die genannten Vor- und Nachteile, lässt sich keine eindeutige Entscheidung für oder gegen ein Private-Network treffen.

Für große Partnerprogramme, die sich bereits eine umfangreiche und erfolgreiche Publisherbasis über ein Public-Network aufgebaut haben, kann ein Private-Network für die umsatzstärksten Publishern sehr sinnvoll sein. So kann der Großteil der Netzwerkgebühr eingespart bzw. an die Publisher in Form von Provisionserhöhungen, Aktionen etc. weitergegeben oder in die Inhouse-Betreuung investiert werden. Des Weiteren kann ein Private-Network für Unternehmen sinnvoll sein, die den Fokus auf wenige intensive Partnerschaften oder großen Wert auf Datenschutz und Datenhoheit innerhalb des eigenen Unternehmens legen.

Unternehmen die ein neues Partnerprogramm starten, müssen sich der fehlenden Publisher-Reichweite eines Private-Network sehr bewusst sein. Das Wachstum des Partnerprogramms kann durch notwendige Akquise-Maßnahmen sehr langsam und schleppend sein. Zudem müssen ausreichende Ressourcen für die zeitaufwendigere und intensivere Betreuung des Partnerprogramms eingeplant werden, was insbesondere für kleinere Unternehmen sowie Unternehmen mit geringer Erfahrung im Affiliate-Marketing von zusätzlichem Nachteil sein kann.

Doch es muss ja nicht entweder/oder sein, vielleicht ist auch die goldene Mitte der richtige Weg: Am Anfang startet man mit dem Partnerprogramm in einem Public-Network. Nachdem ein Publisherstamm aufgebaut wurde, werden die umsatzstärksten Publisher in ein Private-Network überführt und die kleineren sowie neue Publisher werden weiterhin über das Public-Network betreut. Dies setzt selbstverständlich die nötige Erfahrung und entsprechende Ressourcen voraus.

Foto (Schloss): Gerd Altmann / www.pixelio.de
Grafik (Go/Stop): © DIGITAL FORWARD GmbH