Zahlungsmethoden im Online Shop – Kauf auf Rechnung, bitte!

Welche Zahlungsmethoden in Online Shops vorne liegen

Die Bezahlung ist einer der wichtigsten Faktoren im Kaufabschluss. Sind Online Shopper hier nicht mit den möglichen Zahlungsmethoden zufrieden, wird der Einkauf schnell abgebrochen. Deswegen sollten die Paymentoptionen keinesfalls am Rande festgelegt werden, sondern mit Strategie! Richtige Herangehensweise: eine Mischung aus eigenen Erfahrungswerten und Statistiken, sowie Studien zum Thema (Achtung: Hier unbedingt in internationale und nationale Studien unterteilen!). Welche Zahlungsmethoden wollen meine Kunden, und welche davon sind für mich rentabel umsetzbar?

Zum Verhalten im deutschen eCommerce hat der b(e)vh eine schöne Folie in seiner Studie “Interaktiver Handel in Deutschland” veröffentlicht. Verglichen werden hier die verschiedenen Zahlungsmethoden in ihrer Beliebtheit und in der Entwicklung von 2012 zu 2013, prozentual und voluminal.

Demnach sind die vier beliebtestens und meistgenutzten Zahlungsmethoden

  1. der Kauf auf Rechnung,
  2. die Zahlung per Bankeinzug,
  3. die digitalen Bezahlwege (wie Paypal, Giropay und Sofort Überweisung) und
  4. die Zahlung mit Kreditkarte.

zahlungsmethoden-im-online-shop-rechnung_bvh-ecommerce-studie-2013 Quelle: bvh-Studie “Interaktiver Handel in Deutschland – Die Entwicklung des multichannel Online- und Versandhandels B2C im Jahr 2013″, www.bevh.org

Sicherheit für den Verkäufer vs. Sicherheit für den Käufer

Besonders an der beliebtesten Zahlungsmethode, dem Kauf auf Rechnung, scheiden sich die Geister. Für den Käufer ist der Rechnungskauf eine sichere und bequeme Variante: Er erhält die Ware, kann sie prüfen und muss erst dann seine Zahlung senden. Für den Verkäufer bedeutet das: Er geht in Vorkasse, riskiert eine zeitliche Zahlungsverzögerung und auch einen kompletten Zahlungsausfall.

Payment: Auswirkungen auf Conversion Rate, Warenkorbgröße, Retourenquote

Fakt ist aber, dass die deutschen Online Shopper am liebsten auf Rechnung kaufen. Online Shops können mit dem Anbieten der Rechnungsoption häufig eine Verbesserung der Conversion Rate sehen. Gerne geht es hier auch um größere Warenkörbe, wie viele Statistiken belegen. Die eCommercler wiederum beklagen damit einhergehend steigende Retourenquoten.

Wie man hier den richtigen Weg für den eigenen Online Shop findet? Testen!

Denn so schön Studien, Statistiken und Erfahrungen von Branchenkollegen sind, so stark können sie von den Entwicklungen im eigenen Shop abweichen. Und letztlich muss individuell abgewägt und ausgewertet werden, ob der Kauf auf Rechnung für Sie rentabel ist – oder eben nicht!

So können Sie die Risiken beim Kauf auf Rechnung eindämmen:

  • Retourenquote: Sprechen Sie Belohnungen aus für Bestellungen auf Rechnung, die ohne Retourensendung auskommen. Kündigen Sie beispielsweise einen Rabattcode oder Gutscheincode für den nächsten Einkauf an, oder eine Bonusgutschrift aufs Kundenkonto.
  • Zahlungsausfall I: Bieten Sie den Kauf auf Rechnung nicht für Neukunden bei der ersten Bestellung an. Machen Sie deutlich, dass es diese Zahlungmethode ab der zweiten Bestellung im Shop gibt. So können Sie den Rechnungskauf als Zahlungsoption für treue Kunden anbieten.
  • Zahlungsausfall II: Integrieren Sie einen Payment Dienstleister. Diese Anbieter übernehmen an Ihrer Stelle das gesamte Risiko- und Forderungsmanagement, natürlich aber gegen Gebühr. (Diese Option ist mit Kosten und Vertragslaufzeiten verbunden, und sollte erst nach dem generellen Test der Rechnungsoption eingeführt werden.)
  • Oder aber Sie preisen den Käufern die anderen Zahlungsmethoden an: Gewähren Sie Rabatte bei Vorauskasse, übernehmen Sie die Versandkosten bei Zahlung per Paypal o.ä.

 

Artikelbild: © DIGITAL FORWARD